Vom Wärmebild zum Gemälde
Transparenzhinweis: Anna Weiss ist eine fiktive Künstlerin. Die Fallstudie beschreibt einen technisch realistischen, exemplarischen Arbeitsprozess mit PhysicalMatrix und HapticAI.
Wie eine thermische Objektanordnung zum Ausgangspunkt für ein abstraktes Werk über Geborgenheit, Distanz und Erinnerung wird.
Die Ausgangsidee
Für eine neue Werkserie wollte ich das Spannungsfeld zwischen Geborgenheit und Isolation untersuchen. Begriffe wie „Nähe“, „Erinnerung“ oder „Distanz“ direkt in einen Bildgenerator einzugeben, erschien mir zu beliebig. Ich wollte zuerst eine eigene physische Komposition schaffen, aus der die digitale Bildentwicklung hervorgehen konnte.
Die physische Eingabe
Auf einem Arbeitstisch arrangierte ich eine warme Keramikschale, eine kühlere Stahlkugel und ein kleines Stück Holz. Die Keramikschale bildete eine zusammenhängende warme Zone. Die Stahlkugel lag räumlich nah, blieb thermisch aber deutlich getrennt. Das Holz verband beide Bereiche optisch, ohne selbst den thermischen Mittelpunkt zu bilden.
PhysicalMatrix erfasste die Anordnung als thermische 8×8-Matrix. Der Sensor lieferte keine emotionale Interpretation, sondern ausschließlich objektive Merkmale wie Schwerpunkt, Ausdehnung, Balance, Hotspots und Verteilung.
[PHYSICALMATRIX V0.8.1 SENSOR=THERMAL;MODEL=AMG8833;GRID=8x8] CENTER=(0.66,0.43) SPREAD=COMPACT BALANCE=RIGHT HOTSPOTS=2 THERMAL_CONTRAST=MEDIUM CONFIDENCE=0.84
Meine subjektive Bedeutung
Die warme Zone steht für Erinnerung. Die kalte Kugel symbolisiert Distanz. Das Holz verbindet beide Welten, ohne selbst Mittelpunkt zu sein.
Diese Deutung wurde nicht automatisch aus den Sensordaten erzeugt. Sie war mein persönlicher Beitrag und wurde in HapticAI als eigene Eingabeebene dokumentiert.
Emotionale und kreative Vorgaben
Vom Input zum editierbaren Prompt
HapticAI verband die objektiven Merkmale mit meiner Interpretation und meinen gestalterischen Vorgaben. Der daraus entstandene Prompt war kein verborgenes Systemergebnis. Ich konnte jede Ebene prüfen, verändern, gewichten oder entfernen.
Eine erste Promptfassung war mir zu gegenständlich. Ich reduzierte die Benennung konkreter Objekte und verstärkte die Begriffe Materialität, Übergang und asymmetrische Ruhe. Diese Änderung wurde als eigener Prozessschritt gespeichert.
Generieren, verwerfen, auswählen
Die KI erzeugte vier Entwürfe. Zwei Varianten verwarf ich unmittelbar: Eine war zu dekorativ, eine andere übersetzte die thermischen Zentren zu wörtlich in zwei leuchtende Kreise. Der dritte Entwurf enthielt eine überzeugende Spannung zwischen warmer Fläche und kühler Leerstelle. Diesen Entwurf wählte ich als Arbeitsgrundlage.
In der anschließenden malerischen Weiterbearbeitung reduzierte ich die digitale Komposition, veränderte die Übergänge und ergänzte eine körperliche Pinselstruktur. Das finale Werk entstand damit nicht durch einen einzelnen Prompt, sondern durch eine Abfolge physischer, sprachlicher, selektiver und malerischer Entscheidungen.
Dokumentierter Schöpfungsprozess
- Physische KompositionThermische Objektanordnung als selbst geschaffener Ausgangspunkt
- Objektive ErfassungMatrixdaten und lokal extrahierte Merkmale
- Künstlerische InterpretationPersönliche Symbolik und emotionale Zielsetzung
- Prompt-KompositionEditierbare Verbindung der Eingabeebenen
- Menschliche AuswahlVerwerfen, auswählen und begründen
- Finale BearbeitungManuelle malerische Transformation
- Creative Process ReportSession, Versionen, Hashes und Zeitverlauf
Was der Report festhält
Der Creative Process Report dokumentiert die ursprüngliche Sensoraufnahme, meine Deutung, alle Promptrevisionen, die erzeugten Varianten, meine Auswahlentscheidung und die finale Werkdatei. Jeder relevante Datensatz erhält einen Hashwert und wird zeitlich in die Session eingeordnet.
Der Report entscheidet nicht automatisch, ob ein urheberrechtlich geschütztes Werk vorliegt. Er macht jedoch nachvollziehbar, welche menschlichen Beiträge und Entscheidungen in das Ergebnis eingeflossen sind.