Mit Gliederfigur und Kamera zur Bildidee
Transparenzhinweis: Mira Feld ist eine fiktive Künstlerin. Die Fallstudie beschreibt einen technisch realistischen, exemplarischen Arbeitsprozess mit der integrierten Kamerafunktion der HapticAI-PWA.
Wie eine bewusst inszenierte Pose zur objektiven Ausgangsbasis wird – und erst durch persönliche Bedeutung, emotionale Zielsetzung und kreative Entscheidungen zu einem eigenständigen Bildprozess heranwächst.
Die Ausgangsidee
Für eine Serie über Widerstand und innere Öffnung wollte ich nicht mit einem fertigen Textprompt beginnen. Mich interessierte vielmehr, ob sich eine körperliche Spannung zunächst als physische Form gestalten lässt. Dafür nutzte ich eine einfache Gliederfigur als haptisches Modell.
Ich stellte die Figur auf einen kleinen Sockel und entwickelte die Pose schrittweise mit den Händen: Der Oberkörper lehnte zurück, der Kopf war leicht angehoben, ein Arm öffnete sich nach außen, während der andere dicht am Körper blieb. Die Beine erzeugten Stabilität, aber keine Ruhe.
Erfassung mit der integrierten Kamera
Die HapticAI-PWA nutzte die Kamera des Tablets. Nach dem Ausrichten erfasste ich die Gliederfigur direkt im vorgesehenen Bildausschnitt. Die Aufnahme wurde auf die Figur konzentriert und anschließend von der Poseanalyse ausgewertet.
HapticAI beschrieb zunächst ausschließlich sichtbare Merkmale. Die Anwendung entschied nicht, was die Pose „bedeutet“. Sie dokumentierte Kopfhaltung, Rumpforientierung, Armstellungen, Beinstellung, Offenheit, Symmetrie, Dynamik und Stabilität.
[HAPTICAI POSE V1.0] HEAD_DIRECTION=UP HEAD_TILT=SLIGHT_LEFT TORSO_LEAN=BACKWARD LEFT_ARM=OPEN_OUTWARD RIGHT_ARM=CLOSE_TO_TORSO LEG_STANCE=STABLE_ASYMMETRIC OPENNESS=MEDIUM DYNAMISM=HIGH SYMMETRY=LOW BALANCE=CONTROLLED CONFIDENCE=0.88
Objektive Beschreibung ist noch keine Aussage
Die Analyse ergab eine offene, dynamische und asymmetrische Pose. Diese Beschreibung war hilfreich, aber noch nicht meine künstlerische Aussage. Dieselbe Haltung könnte je nach Kontext Befreiung, Abwehr, Tanz, Erschöpfung oder Trotz darstellen.
Genau deshalb trennte ich die objektive Pose von meiner persönlichen Deutung.
Meine subjektive und emotionale Ebene
Die Figur öffnet sich nicht aus Leichtigkeit. Sie hält etwas zurück und entscheidet sich dennoch bewusst für Bewegung.
Als emotionale Zielsetzung legte ich Spannung, verletzliche Entschlossenheit und einen vorsichtigen Aufbruch fest. Die Pose sollte nicht heroisch erscheinen. Mir ging es um einen Moment zwischen Schutzreflex und Öffnung.
Der Künstler bleibt im Prompt Composer
HapticAI überführte die Ebenen in einen editierbaren Gesamtprompt. Ich reduzierte die technische Posebeschreibung an einigen Stellen und verstärkte die räumliche Spannung. Außerdem ergänzte ich eine diagonale Lichtführung und eine matte, fast kreidige Oberfläche.
Wichtig war mir der abschließende Hinweis, dass das generierte Bild weder eine Gliederfigur noch einen Analyseprozess darstellen sollte. Die physische Figur war ein Werkzeug zur Formfindung – nicht das spätere Bildmotiv.
Varianten und menschliche Auswahl
Die erste Generation war zu dramatisch und wirkte wie eine Bühnenszene. In der zweiten Variante war die Körperform überzeugender, aber die Farbigkeit zu harmonisch. Für die dritte Generation veränderte ich selbst die kreative Ebene: weniger Kontrast, mehr Leere, eine gebrochene Vertikale und eine zurückhaltende Farbskala.
Erst diese Fassung nutzte ich als Ausgangspunkt für eine digitale Übermalung. Ich veränderte Gesichtslosigkeit, Kontur, Schulterlinie und Hintergrund. Die finale Komposition entstand somit aus haptischer Posegestaltung, visueller Erfassung, persönlicher Interpretation, mehreren Promptrevisionen, Auswahl und manueller Weiterbearbeitung.
Dokumentierter Schöpfungsprozess
- Haptische GestaltungDie Künstlerin formt die Pose unmittelbar an der Gliederfigur
- KameraaufnahmeDie HapticAI-PWA erfasst die selbst gewählte Anordnung
- Objektive PoseanalyseSichtbare Merkmale werden getrennt von ihrer Bedeutung dokumentiert
- Persönliche DeutungSubjektive und emotionale Aussage stammen von der Künstlerin
- Kreative KompositionStil, Licht, Materialität, Ausschlüsse und Bildabsicht werden festgelegt
- Iteration und AuswahlVarianten werden bewertet, verworfen und gezielt verändert
- Manuelle FinalisierungDigitale Übermalung und bewusste kompositorische Eingriffe
- Creative Process ReportAufnahme, Analyse, Eingaben, Versionen, Ergebnisse und Hashes
Was der Report sichtbar macht
Der Report hält die Kameraaufnahme, die objektive Posebeschreibung, meine persönlichen Bedeutungen, meine kreativen Vorgaben, jede Promptrevision, die erzeugten Varianten und meine Auswahlentscheidungen fest. Die finale Datei und die dokumentierten Zwischenschritte werden mit Hashwerten referenziert.
Der Bericht behauptet nicht automatisch einen urheberrechtlichen Schutz. Er zeigt aber konkret, dass Form, Bedeutung, emotionale Ausrichtung, Auswahl und Weiterbearbeitung aus einem menschlich geführten Prozess hervorgegangen sind.